Karosserie

Schäden durch Rost oder Unfall?

Ich habe einen Hang zu älteren Autos. Das müssen nicht gleich Oldtimer sein, auch Youngtimer und in die Jahre gekommene Nichtklassiker haben es mir angetan. Das bringt es natürlich mit sich, dass hier und da mal ein Rostschaden zu beheben ist. Dabei ist es mir wichtig, neues Blech möglichst nicht mit Überlappungen einzusetzen und schon gleich garnicht einfach oben drauf zu schweißen. Eine fachgerechte Reparatur kommt ohne dick Spachtelmasse aus und hält diverse Jahre durch, ohne wieder zu rosten zu beginnen.

Auch kleinere Unfallschäden oder Parkplatzrempler stellen oft eine schöne Herausforderung dar. Bei größeren Schäden muss der Wagen auf eine Richtbank, davon lasse ich die Finger weg, das übersteigt meine Möglichkeiten. Aber oft genug kann man Blech wieder begradigen oder neu einsetzen, um den Schaden zu beheben.

Was ich bei so mancher Reparatur schon für abenteuerliche „Vorreparaturen“ gesehen habe, geht auf keine Kuhhaut. Reparaturbleche einfach auf den vorhandenen Rost geschweißt, manchmal im Laufe von Jahren auch mehrfach. Glasfasermatten und Spachtel statt tragendem Blech. Schweißungen, die mit Alleskleber mehr Haltbarkeit gehabt hätten. Lange Freude hat man damit nicht und jeder investierte Cent war zuviel. Leider zahlen viele unwissende Kunden völlig überzogene Rechnungsbeträge in der Annahme, die Reparatur wäre fachgerecht ausgeführt worden.

Ein Beispiel an den Fugen eines VW Bus T3, wie man es machen kann: Die Fugen wurden von ihrer Dichtmasse befreit und innen aller loser Rost rausgekratzt, abgeschnittene Sägeblätter einer Handsäge eignen sich dafür gut. Es folgte eine Behandlung mit Fertan nach Vorgaben des Herstellers, das Zeug muss gut wieder abgewaschen werden, auch an unzugänglichen Ecken! Jetzt bekamen die Fugen Grundierung. Anschließend wurden die Fugen mit Mike Sander’s Korrosionsschutzfett gefüllt und das Fett mit einer dicken Plastikspachtel weit in die Fuge gedrückt. Den äußeren Bereich muss man wieder gut entfetten, damit die neue Dichtmasse hält. Es folgte die Lackierung. Der Bus hat bis zu seinem Verkauf nach 8 Jahren Nutzung nie wieder Fugenrost gehabt.

Es folgen ein paar Bilder von einem Ford Transit Mk2, der stellenweise schon grottenhaft geflickt worden und insgesamt übel vergammelt war. Schweller, Einstieg, Kotflügelecke und der quer liegende Hilfsrahmen waren nicht mehr zu retten. Es gab aber nur die Stufe als Reparaturblech, der Rest musste in Handarbeit nachgebaut werden.
Der fertige Wagen mit Lack ist hier zu sehen…