Schweißgerät schweißt

Ein Nachbar kam vorhin zu mir, er hatte ein Blech in seinen Mercedes W123 einsetzen wollen und das wurde irgendwie alles nichts. Er hatte zwar zwei Schweißgeräte da, ein Fülldraht- und ein Elektrodengerät, aber am Ende hatte er dann doch die Blindnietzange gezückt. Zum Glück war nach 2 Nieten Schluss gewesen. 😉

Ich testete erst sein geliehenes Fülldrahtschweißgerät auf einem Probeblech, aber das schweißte nur auf der 90A Stufe brauchbar (und die war für Karosserieblech zu stark), bei 45A brutzelte es nur unmotiviert vor sich hin. Der Nachbar hätte ein Schutzgasgerät organisieren können, aber da ich meins extra als transportable Version angeschafft hatte, holte ich das. Der Weg zum anderen Schweißgerät wäre eh der selbe gewesen…

Auch mit dem Weldinger brutzelte ich etwas auf Probeblechen herum, bis ich die passende Einstellung gefunden hatte. Im chinesischen 2-Mann-Betrieb beobachteten wir parallel zum Einstellen und Probeschweißen die Ampéreanzeige. Reine Spielerei, völlig sinnfrei. Die zeigt sprunghaft irgendwelche ähnlichen Werte an, obwohl man deutliche Unterschiede beim Schweißen merkt. Wie gehabt, meine bisherigen Schweißgeräte hatten solchen Mumpitz auch nicht, stört mich also auch nicht.

Jedenfalls bin ich echt begeistert, für den Dünnblechbereich hat das Weldinger ME 200 eco seine Feuertaufe heute sehr gut bestanden. Man kann den Strom sehr weit runter regeln, was mich am kleinen geliehenen LUX auch schon begeistert hatte. Das ist in vielen Fällen des Metallbastelns sehr hilfreich. Der Abzug des Weldinger funktioniert präzise, mit dem Brenner und dem 3m langen Schlauchpaket kann ich insgesamt sehr gut leben. Erst hatte mich die kleine Gasdüse irritiert, auf der Arbeit habe ich halt 2 Nummern größer im Einsatz, schweiße da allerdings auch mit völlig anderen Materialien. Aber schnell wurde der Brenner „mein“ Werkzeug. Mit dem Griff sowie dem Winkel zur Düse komme ich sehr gut klar, die kleine Gasdüse kommt prima in Ecken und versperrt kaum die Sicht. Der Drahtvorschub arbeitet sauber, vielleicht würde der trotz des einfachen 1-Rollen-Antriebs auch ein 4m Schlauchpaket bewältigen. Die Masseklemme ist toll, allerdings für meine Zwecke etwas sperrig. Das Massekabel ist schön lang.

Mehr denn je will ich das Weldinger mal mit Fülldraht testen. Man kann den Strom sehr fein regeln, nicht nur auf 2 Stufen schalten, wie bei den einfachen Fülldrahtgeräten. Zumindest wäre das eine interessante Möglichkeit für kleinere Außeneinsätze, bei denen die Gasflasche zu hinderlich wäre.

So weit aus Wolfstein, ich gebe zurück ins Funkhaus.

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