Kultur gemacht

Heute musste ich erstmal wieder etwas Kultur in den OP-Saal bringen. Ein paar Häufchen Bertha waren zu entsorgen und das große Regal, das allmählich vom Wohnzimmer in den Flur und dann mitten in die Halle gewandert war, fand sein (vorläufig?) festes Plätzchen neben der zukünftigen Werkbank.

Heute half ich zunächst der Nachbarin beim Abbau eines Terrassendachs aus Holz. Ich streite es nicht ab, ich habe wie jedes Mal die Hosen ziemlich voll und bin froh über jede Fluchtmöglichkeit. Aber was soll schon sein, bis jetzt habe ich sie doch alle wieder zusammen bekommen. Wenn eh schon Löcher drin sind, hat man doch sowieso schon keine Wahl mehr. Also geht es morgen an die brutalste Aufgabe, die Löcher erstmal noch viel größer zu sägen.

Da fällt mir eine Story aus der Flash Zeitschrift vor diversen Jahren ein, wo einer einen Kadett-C Aero restaurieren wollte. Und das las sich in etwa so: „Phase 1: Entkernen. Alles was nicht fest mit der Karosserie verbunden war, wurde demontiert. Phase 2: Sandstrahlen.“ So weit alles schon oft gelesen. Diese Karosserie war aber wohl schon so oft fachfremd „repariert“ worden und hatte nach dem Sandstrahlen zahlreiche offene und vergrotzte Stellen, wo Spachtelmasse und Glasfasermatten sich logischerweise verabschiedet hatten. Der Artikel weiter: „[Dem Bastler] kam in den Sinn, dass Phase 3 eigentlich nur noch ‚wegschmeißen‘ heißen kann.“

Lustig geschrieben. Aber ich kenne eben auch diese Seite der Medaille nur zu gut und weiß wie deprimierend das ist. Trotzdem, mir gefällt die Story sehr gut, denn sie hat ein Happy End. Der Aero war nachher wieder wie aus dem Ei gepellt. – Nach einem langen Weg…

Jetzt soll Bertha ja zum Glück kein Showfahrzeug werden, sondern benutzbar bleiben. Und etwas „künstlerische Freiheit“ beim Bau der neuen Trittbretter wird mir sicher auch zugestanden – oder, Herr Prüfer?

Heute machte ich nochmal eine Bestellung chemischer Natur. Ich habe eine Produktserie entdeckt, die von chemischer Entrostung über überlackierbare Rostumwandler bis hin zu verschiedenen Grundierungen sehr gute Werbeversprechen machen. Interessant fand ich die Grundierungen, Epoxid-Basis aus der Spraydose und Alkydharz zum Pinseln oder Spritzen. Soweit ja nichts Besonderes. Besonders ist die angegebene Trocknungszeit des Kunstharzes, das nach 24 Stunden bei 20 Grad trocken sein soll. Beide Grundierungen sind mit allen üblichen Systemen überlackierbar, auch mit 2K Lacken, das bestätigte mir der Verkäufer explizit auf Anfrage. Ich hab mal ein kleines Sortiment bestellt und teste es an einem „zufällig gerade vorhandenen“ Härtefall auf Herz und Nieren. Brantho Korrux müsste ich auch noch am Start haben, Owatrol ist definitiv da.

So weit bin ich also gerüstet. Naja, einigermaßen. Eine Werkbank muss ich improvisieren, dafür sind zunächst die Böcke gedacht.

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