Kupfervermehrung

Maudolf sollte etwas mehr Kupfer bekommen. Nicht um das Leergewicht zu erhöhen, sondern vielmehr um die im Wagen verbauten Steckdosen sowohl über Landstrom, als auch über den Wechselrichter befeuern zu können. Dabei kann man nicht einfach alles zusammen klemmen, weil der Wechselrichter nicht gerade glücklich wäre, würde man ihm Strom in seine Ausgangsdose jagen. Und auch umgekehrt wäre es schlecht, wenn die offen liegenden Pins in der Außensteckdose Strom führten. Eine ggf. daran angeschlossene Landsteckdose wäre, milde ausgedrückt, pikiert darüber. Zur Lösung des Problems gibt es ein schlaues kleines Umschalterchen mit Prioritätsschaltung auf eine der beiden Stromquellen.

Zunächst mussten wir herausfinden, welches Kabel im Sicherungskasten zu welchem Verbraucher gehört. Heizung und Kühlschrank sollten auf keinen Fall über den Wechselrichter laufen. Das werksseitig verbaute Ladegerät für die Wohnraumbatterien muss natürlich auch direkt mit dem Landstrom verbunden werden, weil der Kreislauf Wechselrichter-Ladegerät einfach nur sinnfrei die Batterien leer ziehen würde. Der Durchblick kam mit einer leichten Ernüchterung einher. Dethleffs hatte zwar alle Kabel brav bis zum Sicherungskasten gezogen, was leider nicht bei jedem Wohnmobil so ist, aber sie hatten den Kühlschrank mit an das Kabel der ganzen Steckdosen an der Sitzgruppe geklemmt, leider.

Wir entschieden uns für die Variante, bei der nur die Küche, das Bad und die nachträglich eingebaute Steckdose am Bett (nur die wurde bisher über den Wechselrichter versorgt) über beide Stromquellen betreibbar sein würden. Man hätte den Strom von der Küche nach hinten zur Sitzgruppe weiter legen können, das sollte jetzt aber nicht gemacht werden.

Ich wollte den Umschalter so kompakt wie nur möglich am Sicherungskasten unter bringen, schloss daher kurze Kabel in der Umschaltdose an und führte sie durch ein einziges Loch nach unten raus. Die Dose montierte ich über einer Kabeldurchführung des Sicherungskastens. Der Landstrom geht im Sicherungskasten zuerst in einen FI Schutzschalter und teilt sich danach auf die Bordelektrik (10A) und die Heizung (16A) auf. Ich schloss also den Landstrom über die 10A Sicherung an die vorrangige Eingangsseite des Umschalters. Der Wechselrichterausgang geht über einen weiteren neu gesetzten FI Schutzschalter an den zweiten Eingang des Umschalters. Den Ausgang des Umschalters verband ich mit den Steckdosen von Küche, Bad und Bett. Der Funktionstest zeigte den Erfolg. Steckt man den Landstrom ein, während der Wechselrichter läuft, wird erst der Wechselrichter von den Verbrauchern getrennt und danach der Landstrom aufgeschaltet. Der Umschaltvorgang dauert so etwa 1-2 Sekunden. Diese Verzögerung ist Absicht und dient einer sauberen Trennung beider Stromquellen.

Insgesamt waren wir etwa 4,5 Stunden beschäftigt, ich verbrachte davon bestimmt 3 Stunden in dem schmalen kleinen Schrank, in dem unten der Sicherungskasten angebracht ist. Harry Potter hatte dagegen unter seiner Treppe eine regelrechte Luxussuite. War anstrengend, aber trotzdem lustig.

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